5 Frauen starteten morgens um 5.30 Uhr in Nordrach mit dem Auto in Richtung Allgäu. Nach 280 km kamen wir in Oberstdorf an der Skiflugschanze an. Mit dem Bus ging es dann nach Birgsau zur Alpe Eschbach. Von da an hieß es „als nuff“ – insgesamt 1.150 Höhenmeter bis zur Rappenseehütte (2.091). Die erste Überraschung erlebten wir nach der Enzianhütte. Der Weg war nach einem Felsabbruch unpassierbar – nur über Leitern und Stickleitern ging‘s weiter. Nach steilem Aufstieg erreichten wir am Nachmittag die Rappenseehütte. Diese ist mit 304 Betten die größte Alpenvereinshütte des DAV. Sie liegt wunderschön inmitten von zerfurchten Felsgipfeln und dem Rappensee.
Am nächsten Morgen begann unser Abenteuer bei bestem Wanderwetter: Durch ein weites schotter- und trümmergefülltes Kar kraxelten wir entlang eines drahtseilgesicherten Kamins zum Ausgangspunkt des berühmten Weges. Unser erstes Ziel war der zweithöchste Gipfel der Allgäuer Alpen, das Hohe Licht (2.652m). Bei strahlendem Sonnenschein wurden wir mit einer tollen Fernsicht über ein Tausendgipfel-Meer belohnt. Nach dem Abstecher aufs Hohe Licht ging‘s den gleichen Weg zurück zum Beginn des eigentlichen Heilbronner Weges. Die Durchschreitung der engen Felsspalte, das Heilbronner Thörle, die Leitern bergauf- und bergab am Grat entlang zum Bockkarkopf (2.608m), die schmalen und felsigen Pfade: diese atemberaubenden Eindrücke bleiben uns allen sicher lange in positiver Erinnerung. In der Bockkarscharte (2.523m) endete der Heilbronner Weg.
Auf der weiteren Wanderung passierten wir mehrmals die Grenze zwischen Bayern und Tirol, die hier über den Grat verläuft.
Erschreckend für uns war der Rückgang des Schwarzmilzferners, diesen konnten wir anhand der alten Markierungen an den Felswänden erkennen. Nach einem idyllischen Weg durch blumenreiche Matten ging es abwärts Richtung Mädelejoch (1.973m) und weiter zur Kemptener Hütte. Uns begegneten Gemsen, Steinböcke und Murmeltiere – und das in nächster Nähe.
Glücklich und stolz erreichten wir die Kemptener Hütte (1.844 m). Auf der Kemptener Hütte genossen wir den Abend – wie auch auf der Rappenseehütte – bei bestem Essen und Trinken und den überaus freundlichen Hüttenwirten und Bediensteten.
Am nächsten Morgen konnten wir es ruhiger angehen lassen. Allerdings hieß es auch hier bei voller Konzentration die 800 Höhenmeter abwärts nach Spielmannsaus zu wandern. Sowohl der Felsenpfad im Sperrbachtobel, wie auch der etwas breitere Weg im Trettachtal waren aufgrund von Wasserläufen über den Pfad und Geländeabbrüchen zwar gut mit Drahtseilen gesichert, aber mit Vorsicht zu begehen.
Nach 3 Stunden erreichten wir Spielmannsau. Mit dem Bus kamen wir über Renksteg wieder am Parkplatz an der Skiflugschanze an. Nach einer Pause und der Besichtigung der Schanze fuhren wir ohne größere Verzögerungen in die Heimat zurück.
Beim Abschluss in Restaurant Tenne in Zell a.H. ließen wir die Tour nochmals Revue passieren. Alle waren total begeistert. Es war unbeschreiblich, wir hatten Ungeahntes geleistet und waren eine Einheit. Die Teilnehmerinnen dankten der Tourenleiterin Luitgard Bieser für die Organisation und die Führung über den steinigen Weg.
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